ONLINE BUNDESTAG AUGUST 2010

Die SPD hat Anfang August laut Sonntagsfrage von infratest dimap mit der Union gleichgezogen, beide liegen nun bei 31%. Die FDP sackt weiter ab und schafft genau die 5%-Hürde. Die Linke bleibt zweistellig, die Grünen tasten sich mit 17% langsam an die 20%-Marke heran und die sonstigen Parteien erzielen zusammen 6% der Wählerstimmen.

webmarkets-today vergleicht diese Umfragewerte mit den Marktanteilen der Parteienwebsites. Alle 27 an der Bundestagswahl angetreten Parteien  bilden einen 100%-Onlinemarkt und gemäß der Verweildauer der User auf der jeweiligen Website lassen sich Marktanteile im Internet ermitteln. Im August ist die Piratenpartei mit knapp 20% Prozent Marktanteil wieder die stärkste Parteienwebsite, gefolgt von der CDU mit annähernd 11% Marktanteil. Drittstärkste Partei ist die SPD mit 8,3% Marktanteil.
 
 
Marktanteile
 
 

Um die Ergebnisse der Sonntagsfrage mit der Onlinewelt vergleichen zu können, werden die nicht im realen Bundestag vertretenen Parteien unter Sonstige zusammengefasst. Laut infratest dimap erzielt  diese Sammelgruppe 6% der Stimmen. Anders das Bild im Internet, wo die vielen Websites einen Anteil von über 63% erreichen, was vor allem an der neuen Stärke des Marktführers Piratenpartei liegt.

Die Websites der Schwesterparteien CDU und CSU erzielen mit 14,5% Marktanteil online zwar den besten Wert, doch ist hier einschränkend zu sagen, dass die Website der CSU mit einem August-Wert von nur 3,6% in der realen Welt an der 5%-Hürde gescheitert wäre. Der Vergleichbarkeit halber wird das Parteienspektrum des realen Bundestages aber auf die Online-Welt übertragen – so schafft es auch die FDP mit nur 1,6% Online-Marktanteil in die Wertung.


 
Offline vs Online
 
 

Verglichen mit dem Seitenblick von Februar konnten die vielen kleinen Parteien erneut zulegen; eine Steigerung um 11 Prozentpunkte ist festzustellen. Alle etablierten und im Bundestag vertretenen Parteien müssen gegenüber Februar weitere Verluste hinnehmen. FDP, Grüne und Die Linke weniger stark, SPD und die Union stärker, letztere verliert über 6 Prozentpunkte gegenüber der letzten Auswertung von webmarkets-today. 

 
Entwicklung Marktanteile
 
 
 

Im Online-Bundestag vom August 2010 schaffen neun Parteien die virtuelle 5%-Marke, wobei die im Februar noch vertretenen bayrischen Parteien CSU und Bayernpartei rausfallen. Ebenso nicht mehr im Online-Bundestag sind die Violetten, die NPD und die Republikaner, dafür schafft es mit der DVU eine andere Partei des rechten Spektrums. Die im realen Bundestag vertretene FDP-Fraktion ist online erneut nicht vertreten.

 
 
Sitzverteilung
 
 


Im August ergeben sich wieder viele Möglichkeiten für Koalitionsbildungen. Vor allem das linke Parteienspektrum ist diesmal stark vertreten. Dabei wäre rechnerisch auch eine Koalition ganz ohne Beteiligung der im realen Bundestag vertretenen Parteien möglich. Die stärkste Fraktion, die Piratenpartei könnte eine links-ökologische Partnerschaft mit DKP, ÖDP und der Tierschutzpartei eingehen, da sie zusammen 50.1% der Sitze im Online-Bundestag inne haben.
 

 

 


 

ONLINE BUNDESTAG FEBRUAR 2010

Die letzte Sonntagsfrage von infratest dimap hat wohl vor allem der FDP einen Schock versetzt, nur noch 8% würden der Partei ihre Stimme geben. Das Wahlergebnis von 14,6% könnte derzeit wohl nicht wiederholt werden. Dafür dürfte sich Rot-Grün freuen, denn SPD und GRÜNE konnten am meisten zulegen.
Über diese Umfrageergebnisse hinaus interessiert sich webmarkets-today für die Marktanteile der Websites aller an der Bundestagswahl angetreten Parteien. Definiert man diese 27 Parteienwebsites als 100%-Markt, ergeben sich nach der Verweildauer der User auf der jeweiligen Website die folgenden Marktanteile:

 

 

Marktanteile

 


Um die Ergebnisse der Sonntagsfrage mit der Onlinewelt vergleiche zu können, haben wir die nicht im realen Bundestag vertretenen Parteien unter Sonstige zusammengefasst. Laut infratest dimap kommt diese Sammelgruppe nicht über die 5%-Hürde – online sieht das allerdings anders aus. Die vielen Websites sammeln den Großteil der Nutzung ein und zusammen erreichen sie sogar die absolute Mehrheit.

 

Vergleich offline online

 

 


Verglichen mit November 2009 konnten die vielen kleinen Parteien erheblich zulegen; eine Steigerung um 21 Prozentpunkte bezeugt die Attraktivität der Sammelgruppe der sonstigen Parteien. Alle etablierten und im Bundestag vertretenen Parteien müssen gegenüber der letzten Online-Erhebung von webmarkets-today Federn lassen wie die Gewinn- und Verlustrechnung im nachfolgenden Diagramm zeigt.
Entwicklung MA

 

Im Online-Bundestag vom Februar 2010 schaffen neun Parteien die virtuelle 5%-Marke. Kurioserweise schaffen es diesmal zwei „regionale“ Angebote in den Bundestag. Die CSU, die im November noch aus dem Parlament rausfiel und die Bayernpartei, die im Online-Bundestag Premiere feiert.
Auch das rechte Spektrum der Parteien in Deutschland scheint über attraktive Online-Angebote zu verfügen; die Websites der NPD und Republikaner werden intensiv genutzt und erzielen zusammengerechnet knapp 19% Marktanteil, annähernd so viel wie die stärkste Fraktion im Online-Bundestag, Marktführer CDU.
 
 
Sitzverteilung neu

 

Webmarkets-today überlässt die Spekulationen über mögliche Koalitionen der Phantasie unserer Leser; die Koalitionsverhandlungen dürften ohnehin eher an die Zeit der Weimarer Republik erinnern als an die Bundesrepublik.
Die politische Realität ist – wohl zum Glück - „träger“ und somit stabiler als die Online-Welt.
 

 


 

ONLINE BUNDESTAG NOVEMBER 2009

Die schwarz-gelbe Koalition ist im Amt und die Parteien SPD, DIE LINKE und GRÜNE haben sich als Opposition im Bundestag positioniert. Die ersten hundert Tage, nach denen für gewöhnlich ein erstes Resümee gezogen wird, sind noch nicht vorbei – Merkel und Westerwelle genießen noch die „Probezeit“ der neuen Regierung.
Die Marktforscher im Allgemeinen und webmarktes-today im Online-Bereich blicken aber bereits auf Erfolg und Misserfolg der Parteien. infratest dimap  stellt regelmäßig die bekannte Sonntagsfrage „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“. Der Seitenblick von webmarkets-today vergleicht die Online-Nutzung der im Bundestag vertretenen Parteien mit den Ergebnissen der Sonntagsfrage vom 20.11.2009. 


Die Sammelgruppe der sonstigen Parteien erzielen Online nach wie vor sehr hohe Marktanteile, was die Nutzungsdauer ihrer Websites betrifft. Zwar würden nur 6% der von infratest dimap befragten Personen eine Partei dieser Sammelgruppe wählen, doch online erzielen sie einen Marktanteil von über 32%. Bereits kurz nach der Bundestagswahl stellte webmarkets-today fest, dass einige kleine Parteien eine sehr aktive Onlinegemeinde besitzen.
Die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP schaffen es gegenüber der politischen Realität kaum im Internet erfolgreich zu sein; insbesondere bei der FDP ergibt sich eine Differenz offline vs. Online von über 10 Prozentpunkten. GRÜNE und DIE LINKE zeigen noch am ehesten ein ausgewogenes Verhältnis. Nachfolgende Grafik zeigt die von infratest dimap ermittelten Umfragergebnisse in den grauen Säulen. Die von webmarkets-today ermittelten Online-Marktanteile sind rot dargestellt.

 

 

 

 

Wenn einige etablierte Parteien auch einen verhältnismäßig geringen Online-Marktanteil erzielen, so zeigt ein Vergleich mit den Online-Marktanteilen des Vormonats wiederum, dass die Volkparteien CDU/CSU und SPD starkt aufgeholt haben. Aus diesem Blickwinkel sind die sonstigen Parteien die großen Verlierer, haben sie gegenüber Oktober doch über 15% Marktanteil im Internet verloren. Stabil zeigen sich vor allem FDP und DIE LINKE.

 

 

 

 

Greift man unter den sonstigen Parteien, diejenigen heraus, die einen Marktanteil über 5% erzielen, so schafft es lediglich die NPD mit 9% Marktanteil, die virtuelle 5%-Hürde zu überschreiten. Dafür schafft es die FDP mit ihrem Online-Marktanteil von nur 2,8% erneut nicht, in den Online-Bundestag einzuziehen. Auch muss die CDU online ohne die Schwesterpartei CSU auskommen, die nur einen Marktanteil von 4% erzielt. Unter Berücksichtigung der 5%-Klausel sitzen virtuell nur 5 Fraktionen im Bundestag; die Sitzverteilung sieht wie folgt aus. Große Koalition oder ein Linksbündnis aus SPD, GRÜNE und DIE LINKE?

 

 

 

 
Einen finalen Überblick über die Parteien und deren Onlineerfolg gibt ein Positionskreuz mit einem Performance-Index, der aus dem Umfrageergebnis der Sonntagsfrage und dem Online-Marktanteil von webmarkets-today gebildet wird. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Offline- und Online-Erfolg wird mit dem Indexwert 1 dargestellt; die GRÜNEN erzielen beispielsweise den Wert  1 im November. Schafft es eine Partei, online mehr Nutzungszeit auf sich zu ziehen, als sie in der Realität Wähler binden kann, so steigt der Index auf Werte über 1. Parteien, die online hinter den Erwartungen zurückbleiben besitzen einen Wert zwischen 0 und 1.
Im folgenden Positionsdiagramm ist auf der waagrechten Achse die reale Welt abgebildet, die Onlinenutzung ist als Marktanteilswert auf der senkrechten Achse angetragen. Die Größe der Kreise visualisiert den Performance-Index.

 



 

ONLINE BUNDESTAG OKTOBER 2009

Die Regierung steht und webmarkets-today wirft einen Seitenblick auf das politische Verhalten im Internet; im Fokus steht die Nutzung der Websites der politischen Parteien.
Wer ist also kurz nach der Wahl im Online-Markt der politischen Parteien der Gewinner, wer kann im Internet mit wem koalieren? Reicht es im Web auch für schwarz-gelb und welche Parteien schaffen online überhaupt die 5%-Hürde?
webmarkets-today liefert mit dem Seitenblick Online Bundestag ein regelmäßiges Abbild der Nutzung der Websites der 27 Parteien, die an der Bundestagswahl 2009 teilgenommen hatten, beginnend mit Oktober 2009, dem ersten Monat nach der Bundestagswahl.


Es durfte vermutet werden, dass die Piratenpartei aufgrund ihrer zentralen Themen Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und Zugangserschwerungsgesetz vor allem die Netzgemeinde anspricht und somit hohe Zugriffszahlen auf ihrer Website haben würde. Die Piraten sind also Marktführer und somit online die stärkste Fraktion. Es folgen in veränderter Reihung gegenüber der politischen Realität die im Bundestag vertretenen Parteien, jedoch ohne FDP, die online sogar an der 5%-Hürde scheitert.
 
 

 

Der Online Marktanteil – für dessen Berechnung Verweildauer und Unique Users zugrunde liegen – wurde mit dem Stimmenanteil der Parteien bei der Bundestagswahl gleichgesetzt. Da es aufgrund der von webmarkets-today gesetzten Marktanteilshürde von 5% nur Piratenpartei, Grüne, CDU, Die Linke, SPD und die NPD in den Online Bundestag schaffen, ergibt sich dort folgende Sitzverteilung.

 


Die Piratenpartei als stärkste Fraktion erhält online mit ihrem 32% Stimmenanteil einen Sitzplatzanteil von 39% im Online Bundestag  und wird wohl die Koalitionsverhandlungen anführen. Mit wem sie koalieren wird, bleibt natürlich offen - webmarkets-today sind keine Koalitionsaussagen der Piraten bekannt.
Was bedeutet dieses Wahlergebnis aber für die Parteien? Was können sie aus diesem Seitenblick Online Bundestag ablesen? Hierzu ist ein Blick auf die Gewinn- und Verlust-Grafik recht interessant.

 

 
Dass der Marktanteil der Piraten im Web derart hoch ausfällt, liegt nicht allein an der Stärke des Marktführers, sondern vor allem an der Schwäche der Mitbewerber. Deren Website-Zugriffe können mit der politischen Realität nicht mithalten. Die etablierten Parteien sind mit Ausnahme der Grünen die großen Verlierer im Online-Bundestag.
Als Grund hierfür kann man sicherlich die Altersstruktur und die damit verbundene geringere Internetnutzung anführen. Auch besitzen Minoritätenparteien, die sich für ein spezielles Spektrum innerhalb des politischen Wirkens einsetzen, sicherlich ein größeres Aktivierungspotential als Parteien der Mitte – FDP und SPD hinzugezählt. So mag sich der Erfolg der NPD vor allem aber der Piraten erklären; letztere haben das Thema Internet schließlich bestens besetzt.
Die Bundestagswahl ist vorüber, das Ergebnis steht fest und wir befinden uns am Beginn einer neuen Legislaturperiode. Somit entfallen nun auch die Besuche von Wählern, die sich im September noch auf den Websites mehrerer Parteien über deren Wahlprogramme informierten. Der Seitenblick auf den Online-Erfolg der Websites ist unverfälscht.
Der Erfolg einer Parteienwebsite ist in deren Aufmachung und den Inhalten begründet. Die Websites der Volksparteien wirken oft gewollt und anbiedernd. Zu offensichtlich steckt die ganze PR- und Marketingmaschinerie einer großen Partei dahinter. Die Standards wie Newsletterversand, Online-Registrierung erfüllen sie alle. Für die Jungwähler gibt es YouTube-Videos der Parteivorsitzenden oder, leider immer noch, Wahlkampspots. Social Networks – am besten gleich alle - werden prominent eingebunden. Das schaut man sich bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl ab und überträgt es. Dass es auch anders geht und man online erfolgreich sein kann, zeigt die Website der Grünen.
Auch die eindeutige Ausrichtung der Website sorgt online für Erfolg. So präsentieren sich die Piraten auf der Homepage mit einem Interview, das mit einem „Dankeschön an die Netzgemeinde“ beginnt und konzentriert sich dann vor allem auf die Partei selbst. Die Verlierer des Online Bundestags hingegen mühen sich vor allem, die Koalitionsverhandlungen darzustellen oder zu kommentieren. Aber erfüllen nicht andere Websites, insbesondere Newsportale, den Zweck der Informationsversorgung? Die Aktualität einer Website sollte sich nicht nur durch Statusmeldungen zum politischen Geschehen dokumentieren, wie dies vor allem die Wesbites der künftigen Regierung praktizieren. Die SPD spielt hier schon lockerer mit den Themen Deutschlandplan und der Person Steinmeier und konzentriert sich darüber hinaus auf die Partei, wenn auch mit ebenso geringem Online-Erfolg; immer gemessen am Stimmenanteil bei der Wahl.
Der Besucher einer Parteienwebsite erwartet wohl doch andere Informationen. Verglichen mit ihrem Wahlergebnis verstehen dies Grüne, Piraten und auch die NPD am besten. Sie schaffen es, auch nach der Wahl politisch Interessierte auf ihre Website zu ziehen und sie dort eine Weile zu halten.
Ob die Verantwortlichen der übrigen Parteien nun auf diese Erkenntnisse reagieren und zulegen können, verfolgt webmarkets-today mit seinen monatlichen Updates des Seitenblicks Online Bundestag.
 

METHODE

Abweichend vom üblichen webmarkets-today Verfahren, das darin besteht, für jedes Fact die jeweils standardisierteste Quelle zu verwenden, wird bei den  Seitenblicken vorrangig auf das Webstatistik-Tool Googles Adplanner zurückgegriffen. Ausnahme bilden Websites, die einen so geringen Nutzungswert haben, dass eine zusätzliche Berechnung über weitere Webstatistik-Tools vorgenommen werden. Durch die von webmarkets-today durchgeführte Aggregation der Daten zu einem Marktanteil lassen sich Websites, die einem gemeinsamen Markt nach Definition von webmarkets-today angehören, vergleichen.
Für die Berechnung des Marktanteils wurden die Google Adplanner-Facts Unique visitors (users) und Average time on site verwendet. Unique visitors (users) ist definiert als die überschneidungsfreie Anzahl von Menschen, die in einem bestimmten Monat eine Website besucht haben. Average time on site ist definiert als die geschätzte Dauer, die ein Unique Visitor auf einer Website verbringt. webmarkets-today berechnet den Marktanteil, indem durch Multiplikation des Unique visitors (users) mit Average time on site die Gesamtzahl der genutzten Minuten einer Website berechnet werden. In Einzelfällen wurden bei  sehr geringen Nutzungswerten Alexa-Daten vertwendet. In diesen Fällen brache Google Adplanner keine Werte. Die Summe aller Websites ergibt jeweils 100% des Marktes.